Beziehung statt Erziehung

Hunde brauchen einen Entscheidungsträger, an dem sie sich orientieren können. Jemanden, der ihnen Sicherheit und Ruhe durch souveräne Führung vermittelt. Führung hat nichts mit Aggression zu tun, sie kann nur durch Bestimmtheit, innere Ruhe und ein souveränes Auftreten erreicht werden.

Wer Führt ?

Hunde handeln in entscheidungsrelevanten Situationen schnell und instinktiv. Hunde diskutieren nicht. In einem Hunderudel wird nicht debattiert, sondern hier entscheidet der Rudelführer  – der Rest des Rudels folgt. In für sie wichtigen, in ihren Augen potentiell gefährlichen oder komplexen Situationen benötigen Hunde schnell und eindeutig Klarheit darüber, wer für was zuständig ist, entscheidet und dann auch klug handelt – das bedeutet Klarheit darüber, wer führt.

Identität, Authentizität und Natürlichkeit sind die Grundlage für jede Beziehung! Auf diese Weise entwickelt sich Respekt und Akzeptanz und das gegenseitige Vertrauen wächst. Sich selbst als Mensch und den Hund als Hund anzunehmen, ist der erste Schritt zur Identität. Natürlich mit dem Hund umzugehen, bedeutet, sich zu überlegen, wie Hunde sind, was sie untereinander tun und voneinander verlangen.

Kein Hund verlangt von einem anderen Hund, sich auf Kommando zu setzen, oder verwendet Leckerlis, damit der andere ihm gehorcht.

Dennoch muss der Hund, um in unserer Gesellschaft nicht anzuecken, auch diese Fertigkeiten erlernen. Es ist unser Ziel, mit Ihnen den Weg zwischen Kunststückchen (Sitz, Platz, Bleib etc.) und einer auf Vertrauen basierenden Führung zu gehen.
 
Auch bei uns führt der Weg über eine Belohnung (verbal, Guddelis, Spiel etc.). Trotzdem sollten wir immer der Hundeführer bleiben und uns nicht zum Guddeli – Automaten degradieren lassen.

Unsere Arbeitsweise ist angelehnt an die Natur des Hundes. Am Anfang verwenden wir als Hilfsmittel die Leine. Ruhiges nebeneinander hergehen, sich an ihrem Führer orientieren und Grenzen zu akzeptieren sind natürliche Verhaltensweisen von Hunden, die man ihnen kommunizieren kann, ohne dabei auf Konditionierung zurückgreifen zu müssen.

Vertraut uns unser Hund, weil wir ihm bewiesen haben, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen, wird er uns folgen. Ist es nicht sein Mensch, der Führung übernimmt, so muss der Hund diese Rolle zwangsläufig übernehmen und handeln. Dieses Handeln, das in der Hundewelt immer konsequent ist, kommt bei uns Menschen allerdings häufig als unangemessenes oder Fehlverhalten an, weil unsere Menschenwelt andere Regeln hat als die Welt der Hunde.

Wir als Hunde Erziehungsberater sind genau da gefordert,Ihnen dabei zu helfen die richtigen Entscheidungen zu fällen