079 384 51 80 info@anihome.ch

Der Hund ist was er frisst

 Und was das Tier frisst, bestimmst du als sein Halter. Die Fütterung eines Hundes ist neben dem Thema der Erziehung mit einer der größten Meinungsspalter unter Hundebesitzern: Während Opas Hund lediglich Schlachtabfälle oder mal die Reste vom Tisch erhielt, dabei 17 Jahre alt wurde und nie einen Tierarzt zu Gesicht bekam, kaufen andere für ihren Hund nur das vermeintlich Beste. Dabei achten sie kaum auf das, was auf der Packung deklariert ist und so wandern Bestandteile in den Hund, die man sich nicht genauer vorstellen mag.

An dieser Stelle sei unumwunden zugegeben, sich im Dschungel der angebotenen Nahrungsmittel für den Vierbeiner zurechtzufinden, ist alles andere als einfach. So gibt es gefühlt für jede Größe, jede Rasse, jedes Alter und fast schon für jede Stimmung ein entsprechendes Futter. Im Folgenden nehmen wir die drei gängigsten Fütterungsmöglichkeiten in den Blick, betrachten ihre Vor- und Nachteile und benennen auch das, was die Anbieter nicht so gerne erzählen.

Auf die Deklaration kommt es an

Zunächst sind alle Futtermittelanbieter verpflichtet, die eingesetzten Nahrungsmittel zu deklarieren. Das tun sie auf der Rückseite der Verpackungen. Eine weitere Verpflichtung besteht darin, dass die Hundenahrung mindestens 4 % Fleisch enthalten muss, was nicht viel ist. Des Weiteren muss der Futterhersteller nur das deklarieren, was er selbst dem Futter beigefügt hat. Alles was den Rohstoffen (Tier- und Pflanzenmehl) im Vorfeld durch den Großhändler zugefügt wurde, muss nicht angegeben werden.

Es gibt drei Formen der Deklaration: geschlossen, halboffen oder offen. Im ersten Fall gibt der Futtermittelhersteller lediglich die Gruppen der Inhaltsstoffe an; also Fleisch, Tiernebenprodukte (Innereien, Schnäbel, Krallen, Federn) und Getreide. Der Konsument weiß bei dieser Deklaration z. B. nicht, wie viel Fleisch wirklich in der Packung enthalten ist.

Bei der halboffenen Variante wird der Fleischanteil in einer Prozentzahl angegeben, die in Klammern steht. Das suggeriert, dass sich z.B. 64 % Fleisch in der Verpackung befinden. Leider wird nicht genau deklariert, ob es sich nur um die eine Sorte Fleisch handelt, die vorne auf dem Etikett beworben wird oder noch eine weitere Fleischsorte mit verarbeitet wurde. Ebenso sind darin bereits die Nebenprodukte eingeschlossen. D. h. Vielleicht liegt der Fleischanteil lediglich bei 24 % und der Rest besteht aus anderen Inhaltsstoffen.

Die offene Variante deklariert genau, wie hoch der Fleischanteil, welche Fleischsorten verarbeitet worden sind und wie hoch der Anteil der Tiernebenprodukte ist. Hier weiß man also am besten, was der Hund zu fressen bekommt.

Viele Futtermittelhersteller versprechen, dass sie ohne Haltbarkeits- und Konservierungsmittel arbeiten. Ein Hinweis, ob das sein kann, liefert das Haltbarkeitsdatum. Ist das Futter nämlich länger als sechs Monate haltbar, muss es chemische Stoffe zum Inhalt haben. Sonst wäre das nicht möglich.

Man sieht bereits anhand dieser kurzen Einführung, dass die Deklarationen fast wie Hieroglyphen daherkommen. Wer sich also wirklich genau darüber informieren möchte, was er kauft, sollte sich kompetent beraten lassen. Gerade wer einen empfindlichen oder allergischen Hund hat, muss exakt wissen, was er dem Tier anbietet.

Anihome am fressen

Barf fressen

BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) oder Bones and Raw Food

Diesen Unklarheiten ist es mit zu verdanken, dass sich das Barfen immer größerer Beliebtheit erfreut. Zum einen hält man das Barfen, weil der Hund vom Wolf abstammt, für die artgerechte Form der Hundefütterung. Zum anderen weißt du als Hundebesitzer sehr genau, was im Napf landet. Barfst du selbst und frisch – ohne auf Fertig-Barf-Produkte zurückzugreifen – hast du die absolute Kontrolle über den Futternapf. Du weißt, dass die Nahrung des Hundes frei jeder Chemie und sonstiger Bindemittel ist und kannst genau das ins Futter packen, was der Hund braucht. Damit kannst du genau auf das reagieren was der Hund leistet, wie gesund und aktiv er ist. Auch nahrungssensible oder allergische Hunde können von dieser Form der Fütterung sehr profitieren.

Hast du mehrere Hunde oder verfütterst größere Mengen, kann das Barfen unter Umständen sogar günstiger als ein hochwertiges Industriefutter sein. Mehr Qualität für weniger Geld kann deshalb auch ein Motiv sein.

Diskutiert wird immer wieder das Thema Bakterien. Viele fürchten, dass der Hund zu viel davon abbekommt, wenn man mit Rohfleisch arbeitet. Das muss jedoch nicht schädlich sein. Förderliche Bakterien stärken das Immunsystem und bauen eine gesunde Darmflora auf. Auf der anderen Seite haben Untersuchungen von Fertig-Barf-Produkten gezeigt, dass sich dort schädliche oder Antibiotika resistente Keime befinden, die nicht nur dem Hund schaden, sondern ggf. auch uns Menschen, da wir ja doch sehr eng mit dem Tier zusammen leben. Überhaupt schneide die meisten Fertig-Barf-Produkt in den entsprechenden Tests sehr schlecht ab, weil sie mit Pilzen und anderen schädlichen Stoffen versetzt sind.

Möchtest du richtig Barfen, solltest du den Aufwand nicht unterschätzen. Du brauchst eine gute Bezugsquelle und Platz in der Gefriertruhe. Schließlich willst du nicht alle zwei Tage einkaufen gehen. Gehst du mit dem Tier auf Reisen, muss das durchdacht werden. Nicht überall im Ausland findest du dieselbe Fleischqualität wie bei dir Zuhause.

Falsch gebarfte Hunde können Mangelerscheinungen aufweisen und krank werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass du dir ein gewisses Basiswissen aneignest und nicht einfach drauf los barfst. Zwar scheiden sich die Geister, ob man einen exakten Barfplan braucht oder es eher nach Gefühl organisiert. Schließlich achtet der Mensch am Ende des Tages auch nicht darauf, ob er genau die Menge an Vitaminen gegessen hat, die er braucht.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass das Barfen eine gesunde Ernährung möglich macht, jedoch nicht der einzig richtige Weg ist.

Trockenfutter

naVita Rex High Premium

naVita Rex High Premium

Das praktische Lieblingsfutter der Halter. Es ist sehr gut dosierbar und kann leicht überall mit hingenommen werden. Auch weil es lange haltbar ist, du also größere Mengen auf einmal besorgen kannst, ist es beim Kauf sehr beliebt. In den Läden lässt sich eine große Auswahl finden und dem Verbraucher fällt es fast schon schwer, sich zwischen den einzelnen Produkten zu entscheiden; an jede Vorliebe und an jeden Geschmack ist gedacht. Innerhalb einer Marke kann man auch wunderbar zwischen den einzelnen Sorten wechseln, ohne dass die Verdauung des Tieres darunter leidet.

Dem stehen einige Nachteile gegenüber: Der Hund benötigt eine erhöhte Menge an Wasser bzw. musst du als Besitzer gewährleisten, dass er das Wasser wirklich aufnimmt. Weichst du das Futter in Wasser ein, ist es wichtig, dass du die einzelnen Portionen nicht zu groß machst, weil das die Gefahr der Magenumdrehung steigen lässt.

Durch den Herstellungsprozess ist das Futter stark denaturiert und mit Konservierungsstoffen versehen. Auch wird zu 99% in  allen Trockenfuttern mit Zellulose gearbeitet. Ebenso kann Trockenfutter durch Schimmelpilze und Milben stark verunreinigt sein.

Kaufst du nicht das billigste vom billigsten und achtest auf die Qualität des Produkts, kann die Fütterung mit Trockenfutter eine adäquate Ernährung für den Hund sein.

Nass- oder Feuchtfutter aus der Dose
artgerechte Ernährung

naVita Fleischmenue

Da läuft deinem Vierbeiner direkt das Wasser in der Schnauze zusammen. Nassfutter ist sowohl geruchs- als auch geschmacksintensiver. Toll findet der Hund auch, dass dank des geringeren Energiegehalts des Büchsenfutters größere Portionen in den Napf wandern. Nicht zu Letzt befinden sich in den Dosen eines qualitativ hochwertigen Futters weniger unnötige und günstige Füllstoffe beigefügt. Auch für Wenigtrinker ist das Feuchtfutter eine gute Unterstützung, da es bereits mit 70 % Wasser versetzt ist. Es quellt deswegen nicht im Magen auf, wie beim Trockenfutter.

Du als Mensch findest es wahrscheinlich weniger lustig – gerade wenn du einen großen Hund hast – permanent große Dosen zu kaufen, zu transportieren und zu lagern. Bist du darüber hinaus noch nachhaltig, stößt dir auch die Menge an Müll auf, die du damit produzierst. Entscheidest du dich für ein hochwertiges Produkt, ist es die teuerste Art deinen Hund zu ernähren. Zudem ist es nicht so lange haltbar wie ein Trockenprodukt.

Entscheidest du dich für die Verfütterung von Nassfutter, ist ein qualitativ hochwertiges Produkt ein Muss, sonst schadest du deinem Tier. Neben einigen schwarzen Schafen auf dem Markt gibt es jedoch lobende Beispiele. So verwendet das Bio-Produkt „Herrmanns“ natürliche Zutaten in Bioqualität ohne Konservierungsstoffe und deklariert sämtliche Inhaltsstoffe ganz genau. Es schneidet bei der Stiftung Warentest mit der Note „sehr gut“ ab. Ebenso wie ein eher gängiges Produkt der Marke Navita. Es kommt ohne Bio aus, ist auch für Allergiker und getreidefrei. Ein Hund kann damit gut ernährt werden.

Womit wir beim Gesamtfazit wären

Ein Pauschalurteil lässt sich schlussendlich nicht fällen. Dazu sind die Hunde sowie die Lebensweisen ihrer Besitzer viel zu unterschiedlich. Deutlich geworden sollte jedoch sein, dass es auf die Qualität ankommt. Dazu ist es erforderlich, dass man sich mit den Angaben auf den Futtermittelpackungen auseinandersetzt und nicht ständig die günstigsten Angebote im Wechsel kauft.

Liegen keine Allergien oder Erkrankungen vor, macht der Hund einen altersentsprechend aktiven Eindruck, glänzt das Fell und zeigen sich auch Verdauung und Stuhl unauffällig, kannst du das Futter bedenkenlos füttern. Kommst du allerdings zu dem Schluss, dass du wechseln solltest, führe den Wechsel nicht abrupt und spontan durch, sondern sanft und Schritt für Schritt. Eine Futterumstellung sollte in etwa 12 – 14 Tage in Anspruch nehmen.  Dann kommt es nicht zu unangenehmen Begleiterscheinungen.